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Boden ausgleichen - kann ich das selber machen?

Es kommt darauf an! Verschiedene Faktoren müssen berücksichtigt werden:

  • Welche Verlegeart planst Du? Schwimmend oder verklebt?
  • Welcher Bodenbelag soll es sein? Laminat, Vinyl oder Parkett?
  • Wie groß sind die Unebenheiten?

Genau hier entscheidet sich, ob Du selbst Hand anlegen kannst oder ob Du Profi-Hilfe benötigst.
Der erste Schritt ist die Prüfung der Beschaffenheit, und ob ein Ausgleichen des Bodens notwendig ist. Bei leichten Abweichungen kannst Du aufatmen: die meisten Bodenbeläge zum Klicken gleichen kleine Unterschiede problemlos aus. In diesem Fall musst Du den Untergrund nicht aufwendig vorbereiten.

Wenn Du jedoch verkleben möchtest, muss der Untergrund perfekt sein! Schon kleinste Höhenunterschiede machen sich später bemerkbar, besonders bei Vinyl. Das Material ist extrem dünn, sodass sich jede Unebenheit abzeichnet und im Verlegebild sichtbar wird. Auch bei verklebtem Parkettboden kann ein Problem entstehen: Das typische "knarzen".

Wie messe ich Unebenheiten?

Um Unebenheiten festzustellen, benötigst Du eine Richtlatte oder eine Wasserwaage.
Wichtig: Das Werkzeug sollte ca. zwei Meter lang sein, da ansonsten Höhenunterschiede nicht gut festgestellt werden können.

Richtlatte oder Wasserwaage?
Eine Richtlatte bekommst Du schon ab 10 € im Baumarkt um die Ecke. Alternativ kannst Du auch einfach eine Wasserwaage verwenden - vielleicht hast Du diese sogar direkt griffbereit.

So prüfst Du den Boden:

Lege die Richtlatte an verschiedenen Stellen auf den Estrich

  • Siehst Du einen Spalt darunter? Dann ist dort eine Vertiefung.
  • Kippelt die Latte? Dann ist dort eine Erhöhung.

Nun musst Du die Höhe der Unebenheit messen. Wert bis zu 2 mm auf 1 Meter? Perfekt!
Bei einem Klickboden, wie Rigid-Vinyl, HDF-Vinyl oder Laminat musst Du nichts unternehmen. Der Boden darf einfach verlegt werden. Auch Parkett kann bei schwimmender Verlegung kleine Höhenunterschiede ausgleichen.

Hier eine Checkliste, damit Du sofort loslegen kannst:

  1. Beschaffenheit prüfen
    Kleine Risse oder Löcher? Kein Problem.
    Größere Schäden? Unbedingt mit Spachtelmasse ausbessern.
  2. Unebenheiten messen
    Maximal 2 mm auf 1m sind für Klickböden im Toleranzbereich.
    Mehr als 2 mm? Dann ist Ausgleichen absolut erforderlich.
  3. Untergrund säubern
    Du hast alle Kleberreste entfernt? Top!
    Und auch gründlich staubfrei gesaugt? Dann kannst du jetzt loslegen!

Du musst doch tätig werden?

Bei größeren Unebenheiten hilft leider nichts: Der Boden muss ausgeglichen werden. Doch wie funktioniert das? Wie aufwendig ist es und welche Werkzeuge werden dafür benötigt?

Wir möchten ehrlich sein: Selbst für geübte Heimwerker ist das eine echte Herausforderung.

Warum?
Du brauchst spezielle Werkzeuge, wie zum Beispiel eine Stachelwalze und Nagelschuhe.
Diese gibt es nicht zum Ausleihen im Baumarkt, sondern Du musst sie kaufen. Kostenpunkt: ca. 50 €. Für eine einmalige Nutzung ist das ziemlich teuer.

Auch der Aufwand ist sehr hoch:
Alte Klebereste müssen komplett entfernt werden!
Danach musst Du den Untergrund gründlich reinigen.
Anschließen musst Du einen Haftgrund (Grundierung) auftragen, damit die Ausgleichsmasse hält.

Nun geht es ans nivellieren:
Ausgleichs- oder Nivelliermasse anrühren, ausgießen und verteilen.
Aber Achtung! Hier ist Schnelligkeit gefragt: schon nach kurzer Zeit wird die Masse zäh und lässt sich nicht mehr ordentlich verteilen. Das Ergebnis: Ein Untergrund, der größere Unebenheiten hat, als vorher.

Wichtig: Nicht vergessen die Ausgleichsmasse mit der Stachelwalze zu entlüften. Ansonsten ensteht eine poröse, unebene Oberfläche.

Der letzte Schliff:
Nach dem Trocknen, müssen letzte Unebenheiten abgeschliffen werden.
Du hast keine Handschleifmaschine? Sowas kannst Du im Baumarkt ausleihen.

Fazit: Kann ich das selber machen?

Die Vorbereitung bekommst Du problemlos hin. Im besten Fall verlegst Du einen Klickboden und Du musst deinen Untergrund gar nicht aufbereiten.

Aber den unebenen Boden ausgleichen? Ganz ehrlich: Lieber nicht! Hier solltest Du besser einen Fachmann hinzuziehen.
Der Aufwand ist enorm und es erfordert spezielles Werkzeug. Durch fehlende Erfahrung und Expertise ist zusätzlich die Gefahr groß, dass es am Ende nicht passt. Im schlimmsten Fall investierst Du Zeit, Geld und Nerven - und am Ende muss doch der Profi kommen.